Historische Siedlung am Piusplatz in Berg am Laim: Münchner Wohnen beginnt mit umfassender energetischer Modernisierung

In zwei Bauabschnitten modernisiert die Wohnungsbaugesellschaft der Landeshauptstadt das Ensemble rund um den Piusplatz aus der Zwischenkriegszeit energetisch. Das Projekt umfasst 255 Wohnungen und wird für einen signifikant reduzierten CO₂-Ausstoß sorgen – ein weiterer Beitrag der Münchner Wohnen zur Erreichung der städtischen Klimaziele. 

Die Siedlung rund um den Piusplatz wurde durch die GEWOFAG, eines der Vorgängerunternehmen der Münchner Wohnen, ab 1929 im Stil der Moderne errichtet. Sie ist eine der ersten großen Anlagen des sozialen Wohnungsbaus in München und wurde – während der massiven Wohnungsnot nach dem Ersten Weltkrieg und in der Weimarer Republik – mit dem Ziel gebaut, bezahlbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten zu schaffen; Diesem Anspruch wird das Quartier fast 100 Jahre nach seiner Entstehung auch heute noch gerecht.

Jetzt macht die Münchner Wohnen die Häuser fit für die nächsten Jahrzehnte. In den kommenden Jahren wird das Ensemble in mehreren Bauabschnitten energetisch modernisiert und so ins 21. Jahrhundert geholt. Die Arbeiten an den ersten beiden Bauabschnitten, die vier Gebäudezeilen mit 255 Wohnungen umfassen, beginnen dieser Tage: Die Häuser werden auf den Effizienzhausstandard EH 55 gehoben, zudem ist der Anschluss an die Fernwärme vorgesehen. Damit sinkt der Energieverbrauch bereits deutlich. In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken München wird zudem eine Photovoltaikanlage auf den Dächern installiert.

Ziel der Gesamtmaßnahme ist es, den Wohnkomfort der Mieterschaft spürbar zu erhöhen, die Energieeffizienz deutlich zu verbessern und gleichzeitig einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Insgesamt erwartet sich die Münchner Wohnen durch die Modernisierung eine Einsparung des Jahres-Primärenergiebedarfs von bis zu 70 Prozent.

Drohnenaufnahme der Siedlung am Piusplatz. Drei lange Gebäuderiegel umrahmen einen kleineren Riegel. Im Innenhof ist viel Grün.
Die Drohnenaufnahme zeigt den Bestand des zweiten Bauabschnitts rund um den grünen Innenhof. Rechts die Aschheimer Straße. (© Thilo Härdtlein)

Arbeiten im bewohnten Zustand

Konkret widmet sich die Münchner Wohnen im ersten Bauabschnitt der rund 200 Meter langen Häuserzeile entlang der Bad-Schachener-Straße (von der Aschheimer Straße bis zur Birkkarspitzstraße) sowie im zweiten Bauabschnitt drei Wohnblöcken zwischen Aschheimer, Aßlinger und Grafinger Straße. Die Arbeiten erfolgen im bewohnten Zustand, daher setzt die Münchner Wohnen auf eine enge Begleitung und transparente Kommunikation mit der Mieterschaft.

Im südlichen, ersten Bauabschnitt wird die Gebäudezeile umfassend modernisiert: Die Gebäudehülle erhält ein Wärmedämmverbundsystem, Kellerdecken werden gedämmt und Fenster durch dreifach verglaste Elemente ersetzt. Gleichzeitig erneuert die Münchner Wohnen die gesamte Haustechnik inklusive Heizung sowie Elektro-, Sanitär- und Lüftungssystemen. Ergänzend erfolgen die Sanierung der Balkone, die Aufwertung der Außenanlagen sowie die Modernisierung der unterirdischen Infrastruktur durch Grundleitungs- und Kanalsanierungen.

Diese Maßnahmen werden auch im nördlichen, zweiten Bauabschnitt fortgeführt, mit besonderem Fokus auf die energetische Ertüchtigung unter Erhalt architektonischer Merkmale wie Naturstein. Auch hier werden Fassaden gedämmt sowie oberste Geschoss- und Kellerdecken isoliert und die Fenster durch dreifach verglaste Systeme mit integrierten Lüftungselementen ersetzt, um Energieeffizienz und Wohnkomfort zu verbessern.

Blick auf einen Gebäuderiegel entlang der Straße.
In einem ersten Schritt wird der Gebäuderiegel entlang der Bad-Schachener-Straße energetisch saniert. (© Thilo Härdtlein)

„Komfort, Effizienz und Nachhaltigkeit“

„Einer unserer ältesten Bestände wird klimafit – das freut mich sehr“, sagt Gabriele Meier, Technische Geschäftsführerin der Münchner Wohnen. „Mit der Umsetzung der ersten beiden Bauabschnitte in Berg am Laim zeigen wir, wie aus einem fast hundert Jahre alten Quartier ein zukunftsfähiger, energetisch optimierter Gebäudebestand werden kann, der den Anforderungen an Komfort, Effizienz und Nachhaltigkeit gerecht wird.“

Die energetische Modernisierung weiterer Abschnitte der Siedlung am Piusplatz wird derzeit vorbereitet. Der Baubeginn für den nächsten Bauabschnitt, der drei Gebäudezeilen zwischen Aßlinger und Heufelder Straße umfasst, ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.

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Mathias Weber
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