Konzept
In Ramersdorf planen wir eine Quartierserneuerung, bei der wir den gesamten Lebenszyklus berücksichtigen. Ziel ist es, das Quartier zu stärken und damit die Lebensqualität für alle Mieter*innen langfristig zu erhöhen.
Vor diesem Hintergrund:
- Modernisieren wir die Gebäude angemessen energetisch und sozial verträglich, bestmöglich in bewohntem Zustand.
- Schaffen wir eine neue Mitte im Quartier.
- Verbessern wir die Aufenthaltsqualität und die Frei- und Grünflächen.
- Erhalten wir den umfangreichen Baumbestand weitestgehend.
- Wollen wir neue Infrastruktureinrichtungen schaffen.

Handlungsbereiche
Quartierskonzept
Für das Quartier verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz. Das heißt, wir denken die Bereiche Wärme und Strom sowie Mobilität und Infrastruktur zusammen.
Für die konkreten Modernisierungsmaßnahmen gilt es dabei,
- Ressourcen zu schonen in dem große Teile der Bausubstanz erhalten bleiben und modernisiert werden, sowie bestehende Gebäude zum Teil aufgestockt werden, um weitere Versiegelungen zu minimieren. Wo möglich wird auf Tiefgaragen verzichtet.
- die Sanierung im bewohnten Zustand durchführen zu können.
- sie so zügig wie möglich umzusetzen.
- angemessene Effizienzhaus-Standards zu wählen. Die Gebäude im 1. Realisierungsabschnitt, am Karl-Preis-Platz gelegen, wurden z.B. im Standard EH 55 saniert.
- durch eine hohe Nachverdichtung (Aufstockung oder Anbau) bezahlbaren neuen Wohnraum zu schaffen.

Regenerative Energie
Das zentrale Element der zukünftigen Energieversorgung ist die nach und nach erfolgende Umstellung von Erdgas auf Fernwärme.
Ergänzt wird das Konzept durch Photovoltaik (PV), bei Flachdächern in Kombination mit extensiver Dachbegrünung. Der Ausbau von PV-Anlagen ist überall dort vorgesehen, wo er technisch möglich und sinnvoll ist.
Für unsere Mieter*innen heißt das: Die Möglichkeit, regenerative Energieversorgung zu nutzen. Der Strom, den die Bewohner*innen in Zukunft verbrauchen, kommt aus den PV-Anlagen im Quartier – und das kann auch die Stromrechnung senken, da der Strompreis gesetzlich mindestens 10 % unter dem Grundversorgertarif liegen muss (§42a Abs. 4 ENWG).

Gemeinschaft und Soziales
Eine „neue Mitte“ soll das Quartier beleben, mit Orten für Begegnung und Austausch. Quartiersstärkung heißt auch, dass wir die Gemeinschaft durch soziale Infrastruktur und flexible Wohnmodelle fördern. Dazu gehört unter anderem:
- mehr Aufenthaltsqualität durch weniger oberirdische Pkw‑Stellplätze
- neue soziale Infrastruktur (Kindertagesstätte)
- ergänzende Gewerbeflächen, die einen Beitrag zur Nahversorgung liefern sollen.
- moderne Sharing-Angebote, z.B. im Bereich Mobilität

Mobilität und Verkehr
Wir schaffen Angebote im Quartier, die dabei helfen sollen, die Zahl der privaten Pkws zu reduzieren.
- Das Quartier ist sehr gut an den ÖPNV angeschlossen.
- Weniger Verkehrsflächen und weniger parkende Pkws können mehr Aufenthaltsqualität begünstigen.
- Neue Mobilitätspunkte bieten Sharing-Angebote zum Lastentransport mit E-Mobilität und Fahrradnutzung.
- Moderne Mobilität: Car-Sharing-Modelle, Fahrradstellplätze und fußläufige Angebote sollen weniger Pkws im Quartier bewirken.

Ökologische Maßnahmen
Eine Vielzahl an geplanten Maßnahmen zielt auf eine Steigerung der Wohn- und Lebensqualität für die Bewohner*innen, aber auch für Flora und Fauna ab.
- Private Freiflächen: Neue Balkone entstehen.
- Baumbestand wir soweit wie möglich erhalten und geschützt.
- Grünflächen: Begrünung sorgt für mehr Wohlfühlcharakter und für neue Aufenthalts- und Treffpunkte.
- Entsiegelung: Straßen werden neu dimensioniert, dadurch neu gewonnene Flächen sollen Raum für Grün, Aufenthalt und Spiel bieten.
- Wassermanagement und Schwammstadt-Prinzip: Ein behutsamer Umgang mit der Ressource Wasser bedeutet, Maßnahmen zu ergreifen, die z. B. die Versickerung von Regenwasser, Wasserspeicherung, Entwässerung und Verdunstung verbessern. Daher werden, wo möglich, versiegelte Flächen reduziert oder wasserdurchlässiger gestaltet.

Gebäudetypen
Das integrierte Quartierskonzept sieht insgesamt vier Gebäudetypen vor. Die Maßnahmen reichen von der energetischen Sanierung über die Sanierung und Aufstockung über Sanierung, Aufstockung und Anbau bis hin zum Neubau, der jedoch vom Ergebnis des Ideen-und Realisierungswettbewerbs abhängt.

Projektablauf
- Umstellung auf Fernwärme
- energetische Sanierung sowie Aufstockung, Anbauten und Ersatzneubauten
- Anbau von Balkonen
- Ausbau der Photovoltaik
- ganzheitliches Mobilitätskonzept (Phase 3)
- ganzheitliche Freiflächenplanung (Phase 3)

Förderung und beteiligte Akteure
Förderung
Für die Erstellung des integrierten Quartierkonzeptes gab es folgende Förderung: 75 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt die KfW, 20 Prozent erhält das Projekt von der Landeshauptstadt München (LHM). Die restlichen fünf Prozent verbleiben als Eigenanteil bei der Münchner Wohnen.
Da die Modernisierung und Weiterentwicklung des Bestandes vorangetrieben werden soll, bezuschusst das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr unser Vorhaben im Modellprojekt „Weiternutzen. Weiterentwickeln. Weiterbauen. Nachhaltiger Wohnungsbau im Bestand“ mit bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten des Realisierungswettbewerbes aus Mitteln des Experimentellen Wohnungsbaus.
Beteiligte Akteure
- Auftraggeberin und fachliche Koordination: Münchner Wohnen GmbH
- Förderung: Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und Landeshauptstadt München (LHM)
- Fachliche Beteiligung Landeshauptstadt München (LHM): Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Referat Klima- und Umweltschutz, Mobilitätsreferat
- Interne Koordination Landeshauptstadt München (LHM): Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Stadtentwicklungsplanung – Klimaneutrale Stadt und Smart City