Die Münchner Wohnen hat in einem Innenhof ihrer historischen Siedlung zwischen Winthirplatz und Arnulfstraße in Neuhausen ein neues Wohngebäude fertiggestellt. Ein Teil der 14 Wohnungen ist für ein besonderes Wohnprojekt vorgesehen: eine „Sorgende Hausgemeinschaft“, bei der Nachbarschaft, gegenseitige Unterstützung und gemeinschaftliches Leben im Mittelpunkt stehen.
Mit dem Neuhauser Projekt nutzt die Münchner Wohnen Nachverdichtungspotenziale auf ihren eigenen Flächen und schafft zusätzlichen Wohnraum in einem bestehenden Quartier in zentraler Lage. Vor allem stärkt die kommunale Wohnungsbaugesellschaft mit dem neuen Haus mit dunkler Holzfassade auch das soziale Miteinander: Herzstück ist das gemeinschaftliche Wohnkonzept im Erdgeschoss.
Dort befinden sich sechs barrierefreie Einzimmerwohnungen im Fördermodell EOF. Gemeinsam mit dem Sozialreferat der Landeshauptstadt München und der Mitbauzentrale wird hier das Modell der „Sorgenden Hausgemeinschaft“ umgesetzt. Die Bewohnerinnen – in diesem Fall sechs Seniorinnen – leben eigenständig in ihren Wohnungen, profitieren zugleich von nachbarschaftlicher Unterstützung und gemeinschaftlichen Angeboten. Ein Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss dient als Treffpunkt und fördert den Austausch im Haus. In den beiden oberen Geschossen befinden sich acht reguläre freifinanzierte Maisonettewohnungen mit drei Zimmern. Insgesamt umfasst das Gebäude, das sich im Innenhof hinter den Gebäuden an Arnulf- und Stupfstraße befindet, rund 890 Quadratmeter Wohnfläche.

„Mit dem neuen Wohnhaus im Neuhauser Hof verbinden wir eine nachhaltige bauliche Ergänzung mit einem starken sozialen Ansatz“, sagt Christian Müller, Operativer Geschäftsführer der Münchner Wohnen. „Die Sorgende Hausgemeinschaft ermöglicht älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung und zugleich ein unterstützendes Miteinander im Haus. Solche gemeinschaftlichen Wohnformen sind uns wichtig, deshalb schaffen wir diese Möglichkeiten immer wieder auch in unseren Neubauprojekten.“
Energieeffizienter Neubau im Innenhof
Das neue Haus hat die Münchner Wohnen als innovativen Holzhybridbau im hohen Nachhaltigkeitsstandard EH 40 errichtet. Er besteht aus zwei Baukörpern: dem Wohngebäude sowie einem Nebengebäude, in dem Kellerersatzräume, Müllräume sowie Fahrrad- und Kinderwagenräume untergebracht sind. Zusätzlich nutzt der Neubau eine Photovoltaikanlage auf benachbarten Bestandsgebäuden, die im Zuge der Nachverdichtung installiert wurde. Das Projekt an der Stupfstraße wurde durch das Modellvorhaben „Klimaanpassung im Wohnungsbau“ im Experimentellen Wohnungsbau des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr gefördert. Ziel des Modellvorhabens ist es, gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft zeitgemäße, soziale und bezahlbare Konzepte zu entwickeln, die übertragbare Ansätze für ganz Bayern aufzeigen. Im Mittelpunkt steht bei diesem Projekt vor allem das Bestreben Wohnraum in zentraler Lage zu schaffen, der für alle Generationen ohne Einschränkungen genutzt werden kann.
Durch die Nachverdichtung konnte mitten in einem gewachsenen Quartier Wohnraum geschaffen werden, ohne neue Flächen zu versiegeln. Der Neubau ersetzt ein Haus, in dem die frühere Neuhauser Hausverwaltung der Münchner Wohnen untergebracht war; diese befindet sich weiterhin in unmittelbarer Nähe in der Georg-Lindau-Straße auf der gegenüberliegenden Seite der Arnulfstraße. Zugleich wurde der Innenhof neugestaltet und klimatisch optimiert: Der Baumbestand blieb weitgehend erhalten und wird durch neue Pflanzungen ergänzt; zudem tragen Maßnahmen wie eine gezielte Regenwasserführung und helle Beläge zur Reduzierung der Aufheizung im Sommer und zur Verbesserung des Mikroklimas bei.

