Die Wohnungsbaugesellschaft der Landeshauptstadt München stellt ihre Gasbeschaffung auf ein Tranchenmodell um. Der schrittweise Einkauf von Gas soll Preisschwankungen an den Energiemärkten abfedern und die Heizkosten für die Mieter*innen künftig verlässlicher machen.
Die Münchner Wohnen stellt die Wärmeversorgung ihrer Wohnanlagen sukzessive auf klimaneutrale Wärmequellen um – insbesondere durch den Ausbau von Fernwärme und die Nutzung von Geothermie. Derzeit werden noch 37 Prozent der fast 75.000 Wohnungen der Münchner Wohnen mit Gas versorgt. Das System der Gasbeschaffung für diese Wohnanlagen optimiert das Unternehmen nun und stellt es mit dem kommenden Lieferjahr 2027 um.
Im neuen Tranchenmodell wird Gas jetzt für das nächste Lieferjahr im Zweiwochenrhythmus eingekauft – bis zu einem halben Jahr im Voraus. Durch diesen frühzeitigen Einkauf sollen sich über den Einkaufszeitraum hinweg höhere und niedrigere Preise ausgleichen und Schwankungen geglättet werden. Am Ende dieses Zeitraums steht dann ein stabiler Durchschnittspreis für das kommende Jahr fest.
Da der Gaseinkauf künftig stets im Voraus erfolgt, schafft die Münchner Wohnen für ihre Mieter*innen mehr Planungssicherheit bei den Nebenkostenvorauszahlungen. Sie werden in Zukunft im Rahmen ihrer Betriebskostenabrechnung (bzw. der Festsetzung der Vorauszahlungen auf die Nebenkosten) frühzeitig informiert, welcher Gaspreis für das kommende Jahr gilt.
„Die Mieter*innen der Münchner Wohnen dürfen nicht die Leidtragenden sein von Preisexplosionen auf den Energiemärkten. Um Verlässlichkeit und Planbarkeit bei den Heizkosten zu gewährleisten, stellt die Münchner Wohnen deshalb ihre Gasbeschaffung um. Das ist wichtig, damit es bei den Heizkostenabrechnungen künftig keine bösen Überraschungen mehr gibt“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende der Münchner Wohnen Oberbürgermeister Dominik Krause.
Preise im Voraus festgelegt
Der geplante Kauf einer Tranche durch die Münchner Wohnen kann ausgesetzt werden, wenn außergewöhnliche Preisentwicklungen zu erwarten sind. Geopolitische Ereignisse, insbesondere die Corona-Pandemie und der Ukrainekrieg, hatten in den vergangenen Jahren immer wieder zu starken Ausschlägen an den Gasmärkten geführt. Auch durch den Irankrieg waren die Gaspreise zuletzt zeitweise stark gestiegen.
Die Münchner Wohnen nutzte bislang börsennotierte Gasverträge, durch die über viele Jahre günstige Marktpreise unmittelbar an die Mieter*innen weitergegeben werden konnten. Dabei richtet sich der Gaspreis nach quartalsweisen Börsenindizes während des Lieferjahres, also nach der aktuellen Marktentwicklung unterjährig. Der Preis wird immer wieder anhand der aktuellen Marktentwicklung bestimmt und nicht bereits im Voraus festgelegt, wie es durch das nun neue Modell möglich ist. Ausschläge im Gaspreis haben allerdings sofort Einfluss auf die nächste Nebenkostenabrechnung.
„Mit diesem Schritt zu einem neuen Modell übernehmen wir Verantwortung für eine vorausschauende und möglichst sozialverträgliche Energieversorgung, während wir die Abhängigkeit von kurzfristigen Marktbewegungen reduzieren“, sagt Jörg Franzen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Münchner Wohnen. „Die Stadtwerke München (SWM), mit denen wir dieses neue Beschaffungsmodell entwickelt haben, bleiben dabei unser verlässlicher Partner.“
Für die Mietenden der Münchner Wohnen entsteht kein Handlungsbedarf: Sie werden nach wie vor im Zuge ihrer jährlichen Betriebskostenabrechnungen über mögliche Änderungen in den Abschlagszahlungen informiert.