An der Georg-Birk-Straße 18 ist im August 2026 ein ungewöhnliches Wandbild entstanden. Die Künstlerin Anna Sette hat dort eine Seite der Garageneinfahrt der Münchner Wohnen gestaltet. Ihr Thema: die allgegenwärtige Nutzung von Smartphones – und die Frage, was sie mit unserem Alltag und unserem Miteinander macht.
Die Idee für das Mural entstand auf Initiative der Künstlerin selbst. Sette wandte sich an die Münchner Wohnen mit der Frage, ob sie die Tiefgaragenwand gestalten könne. Aus dieser Anfrage entwickelte sich eine künstlerische Auseinandersetzung mit einem Thema, das nahezu alle betrifft: unserem Verhältnis zum Smartphone.
Wenn das Handy zum Spiegel wird
Sette nähert sich dem Thema bewusst vielschichtig. Das Wandbild beschäftigt sich nicht nur mit der Nutzung des Smartphones, sondern auch mit seinen Folgen und seiner ständigen Präsenz in unserem Leben.
Wer an der bemalten Wand vorbeikommt, wird eingeladen, kurz innezuhalten. Was macht das Smartphone mit unserer Aufmerksamkeit? Wie verändert es unsere Begegnungen? Und welchen Umgang damit erleben Kinder und Jugendliche?
Viele Anwohnende haben das Motiv bereits aufmerksam betrachtet und dabei über ihr eigenes Verhalten, aber auch über den Smartphone-Konsum ihrer Kinder nachgedacht. Genau diesen persönlichen Moment der Reflexion möchte das Mural anstoßen.
Dabei versteht sich die Arbeit nicht als erhobener Zeigefinger. Vielmehr eröffnet sie eine kritische und zugleich hoffnungsvolle Debatte: über Sichtbarkeit, soziale Interaktion und die Frage, wie wir trotz digitaler Dauerpräsenz miteinander in Kontakt bleiben.
Kunst als Gesprächsanlass in der Nachbarschaft
Mit dem Wandbild möchte Anna Sette nicht nur eine Fassade verändern. Die Kunst soll einen Dialograum schaffen – mitten im Wohnumfeld. Damit passt das Projekt zu einer Idee des gemeinschaftlichen Wohnens: Nachbarschaft entsteht dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und sich mit ihrer Umgebung auseinandersetzen.
Die bisherigen Reaktionen zeigen, welches Potenzial Kunst im öffentlichen Raum dafür haben kann. Ein Wandbild wird zum Anlass, über das eigene Verhalten nachzudenken, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die Wand ist damit mehr als eine bemalte Garageneinfahrt: Sie wird zum sichtbaren Impuls für eine Frage, die mitten in unserem Alltag angekommen ist – wie wollen wir mit dem Smartphone leben, ohne dabei den Blick für unsere Mitmenschen zu verlieren?
Lasst uns ins Gespräch kommen
Austausch am 9. Oktober
Uhrzeit: 17:00–18:30 Uhr
Ort: TG-Wand, Georg-Birk-Straße 18, Ackermannbogen, München
Bei Regen findet die Veranstaltung in der NachbarschaftsBörse am Ackermannbogen, Georg-Birk-Straße 14, statt.
Gemeinsam soll über Straßenkunst, eine lebendige Nachbarschaft und das Wandbild „8 x 15 cm, Anna Sette, 2026 – gefördert durch das Kulturreferat der LHM“ gesprochen werden. Dabei ist ausdrücklich Raum für Fragen, Gedanken und persönliche Meinungen.


