Als städtische Wohnungsgesellschaft schaffen und bewirtschaften wir sozialverträglichen Wohnraum. Dabei hat unser Handeln nicht nur Auswirkungen auf Menschen und Nachbarschaften, sondern auch auf die Umwelt und das Klima. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, haben wir 11 Handlungsfelder formuliert, in denen wir uns engagieren und Pilot- und Modellprojekte umsetzen.
Unsere Handlungsfelder im Überblick
Mobilität
Bei der Planung von Neubauquartieren sowie bei Stadtsanierungs- und Nachverdichtungsprojekten werden Mobilitätskonzepte von Anfang an berücksichtigt. Dabei achten wir auf kurze Wege, eine gute innere und äußere Erschließung sowie eine gute Anbindung des Quartiers an den ÖPNV.
Insbesondere im Neubau errichten wir bereits seit vielen Jahren Mobilitätsstationen mit unterschiedlichen Sharingangeboten für unsere Mieter*innen. Diese umfassen meist den Verleih von Lastenpedelecs und verschiedenen Fahrradanhängern, teilweise auch Fahrrädern, Sackkarren oder Plattenwagen sowie Fahrradservicestationen.
In vielen Neubau- und Bestandsanlagen gibt es zudem öffentliche Carsharing-Stationen, die in Kooperation mit der Münchner Wohnen von verschiedenen Anbietern betrieben werden.
Auch im Bereich „urbane Logistik“ gehen wir neue Wege: In einigen Quartieren wurden gemeinsam mit Partnerunternehmen anbieteroffene Paketstationen errichtet.
Die unternehmenseigene Fahrzeugflotte ist bereits zu 100 % elektrifiziert. Auch die Umrüstung der gewerblichen Nutzfahrzeuge auf E-Mobilität schreitet erfolgreich voran.
Ökonomie
Wir tätigen gezielte Investitionen in Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel. Dazu gehören beispielsweise energetische Modernisierungen unseres Gebäudebestands in unterschiedlichen Abstufungen sowie die Optimierung des Heizungsverbrauchs durch effizientere Heizungsanlagen. Mit Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, wie beispielsweise einer gezielten Regenwasserversickerung, können wir Schäden vorbeugen.
Darüber hinaus legen wir Wert auf die Verwendung möglichst langlebiger und robuster Baustoffe und Bauweisen und auf den langfristig gesicherten Erhalt unserer Anlagen. Nach Ablauf ihrer Lebensdauer gehört für uns auch eine sinnvolle Wiederverwendung oder ein Recycling dazu. Hierzu setzen wir derzeit verschiedene Projekte in unterschiedlichen Maßstäben um.
Neubau
Unsere Neubauten werden stets nach möglichst hohen energetischen Baustandards errichtet. Weitere wichtige Bausteine sind die Nutzung erneuerbarer Energien, wie Photovoltaik, sowie Begrünungsmaßnahmen an und auf den Gebäuden. Je nach bauleitplanerischen Vorgaben kommen unterschiedliche Formen der Begrünung zum Einsatz – bis hin zu intensiver Dach- und Fassadenbegrünung. In den meisten Fällen werden bei Neubauten zudem Mobilitätskonzepte für die Mieter*innen gemäß den Richtlinien der LHM umgesetzt.
Energetischer Standard
- Je nach baulichen und technischen Gegebenheiten werden Neubauten im Standard Effizienzhaus EH 40 bis EH 100 errichtet, vorzugsweise im Standard EH 55.
Erneuerbare Energieerzeugung
- Die Installation einer Photovoltaikanlage wird grundsätzlich geprüft und nach Möglichkeit realisiert.
- Nach Möglichkeit wird die Photovoltaikanlage mit einer Dachbegrünung kombiniert; bei Dachflächen über 100 m² ist dies vorgeschrieben.
- Sofern möglich, wird die Anlage als Mieterstromanlage umgesetzt. Alternativ kommt eine Volleinspeise- oder Direktverbrauchsanlage zum Einsatz.
Wärmeversorgung
- Sofern verfügbar, wird die Wärmeversorgung schrittweise auf Fernwärme der Stadtwerke München umgestellt.
- Wo keine Fernwärme verfügbar ist, kommen verschiedene Wärmepumpenlösungen zum Einsatz, gegebenenfalls auch als Hybridanlagen.
Modernisierung
Um die CO₂-Emissionen unserer Gebäude zu reduzieren, modernisieren wir diese nach dem Grundsatz „Worst First“. Dabei werden zunächst die Gebäude modernisiert, die am meisten Energie verbrauchen. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu reduzieren, Gebäude zu dämmen, erneuerbare Energien für die Beheizung zu nutzen und gleichzeitig attraktiven, modernen Wohnraum für unsere Mieterschaft zu schaffen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die großflächige Nachrüstung von Photovoltaikanlagen zur Versorgung mit Mieterstrom.
Maßnahmen:
- Gebäudedämmung: Dämmung von Außenwänden, Dächern und Kellerdecken in Standards von EH 55 bis EH-Denkmal – sowohl im Rahmen von Teilmodernisierungen als auch bei reinen Heizungsumstellungen.
- Fenster: Austausch bestehender Fenster.
- Heizungsanlagen: Modernisierung der Heizungsanlagen und Umstellung auf Fernwärme, Wärmepumpen oder Hybridlösungen.
- Photovoltaik: Nachrüstung von Photovoltaikanlagen.
Quartiersentwicklung
Bei unseren Projekten betrachten wir nach Möglichkeit nicht nur einzelne Gebäude, sondern auch die unmittelbare Nachbarschaft. Der integrierte Quartiersansatz im Bestand und Neubau ermöglicht eine große Hebelwirkung und Synergieeffekte für Maßnahmen unterschiedlicher Disziplinen (zum Beispiel Freiraum, Mobilität, Städtebau, Wärmenetze). So entsteht nicht nur mehr Wohnraum, sondern auch Raum für Nahversorgung, Kitas, Pflegeeinrichtungen, Gemeinschaftstreffs und andere soziale, kulturelle und gewerbliche Angebote.
Kreislaufwirtschaft
Wo es wirtschaftlich möglich und technisch sinnvoll ist, setzen wir auf nachwachsende Rohstoffe, beispielsweise Holz. Bereits in der Vergangenheit wurden zahlreiche Holzhybridbauten errichtet.
Auch beim Umgang mit unserem Gebäudebestand setzen wir auf den Erhalt und die Modernisierung, sofern dies wirtschaftlich und technisch möglich ist. Durch die Verwendung besonders langlebiger Baustoffe und Bauweisen, die sich leicht reparieren und aufbereiten lassen, können wir häufig einen langen Lebenszyklus unserer Gebäude erreichen.
Darüber hinaus führen wir Pilotprojekte durch, um kreislaufgerechtes Bauen weiter zu erproben. Dazu gehören unter anderem:
- Baustoffrecycling und Urban Mining
Bereits erfolgte Weitergabe und Wiederverwendung von Einrichtungen und Bauteilen aus Abbruchmaßnahmen, darunter:- Parkett
- Sanitäranlagen
- Naturstein-Fensterbänke
- Türen
- Fenster
- Deckenleuchten
- Dachziegel
- Wandfliesen
- Holzöfen
- Klingel- und Lichtschalter
- Einsatz nachwachsender Rohstoffe
Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, beispielsweise in Holzbauweise. - Teilen von Ressourcen und Flächen
- Co-Working-Spaces
- Waschräume mit zur Verfügung gestellten Waschmaschinen
- Büchertauschschränke und Werkzeugverleihboxen durch einen externen Betreiber
Wärmeversorgung
Die Wärmeversorgung im Neubau und bei Heizungsumstellungen im Bestand erfolgt über Fernwärme – möglichst aus Geothermie der Stadtwerke München – oder über strombasierte Wärmequellen wie Wärmepumpen. Wo dies nicht möglich ist, kommen Hybridsysteme zum Einsatz.
Der Anteil fossil betriebener Heizungsanlagen sinkt kontinuierlich. Im Juli 2026 wurden bereits rund 50 % der Objekte über Fernwärme oder Wärmepumpen versorgt.
Erneuerbare Energien (Photovoltaik)
Für jeden Neubau und jede Großmodernisierung wird geprüft, ob der Ausbau von Photovoltaik möglich ist. Wo es das Potenzial zulässt, werden Photovoltaikanlagen realisiert. Auch geeignete Bestandsdächer werden schrittweise mit PV-Anlagen nachgerüstet.
- Neubauten: Installation von Photovoltaikanlagen.
- Großmodernisierungen: Nachrüstung von Photovoltaikanlagen, sofern entsprechendes Potenzial vorhanden ist.
- Installierte Leistung: Auf unseren Flächen sind bereits 13 MWp Photovoltaik-Leistung installiert.
- Nutzung: Die Anlagen werden in der Regel als Mieterstromanlagen betrieben. Wo dies nicht möglich ist, kommen Volleinspeise- oder Direktverbrauchsanlagen zum Einsatz.
- Balkon-PV: Unterstützung unserer Mieter*innen bei der Installation von Balkon-Photovoltaikanlagen.
Bestandsbewirtschaftung
Eine erfolgreiche Bestandsbewirtschaftung bedeutet für uns, unsere wertvollen Bestände langfristig zu erhalten. Dazu gehören die Pflege und Wartung der Gebäude, der Gebäudetechnik und der Grünstrukturen ebenso wie notwendige Modernisierungen. Diese tragen dazu bei, den Bestand an sich verändernde Anforderungen anzupassen.
Die dabei umzusetzenden Maßnahmen betreffen sowohl die Menschen als auch ihre Umgebung. Aus den Erfahrungen in der Bewirtschaftung unserer Bestände lernen wir kontinuierlich und entwickeln auf dieser Grundlage unsere Leitlinien, Bauvorgaben und Prozesse weiter.
- Bestandserhalt
- Erhalt und Pflege von Gebäuden, Gebäudetechnik und Grünflächen
- Regelmäßige Wartung
- Modernisierungen
- Schonender Umgang mit Ressourcen (Wasser, Boden, Luft, Rohstoffe)
- Recycling von Baustoffen und Einrichtungen
- Modernisierung statt Abbruch und Neubau, wo möglich
- Einsatz materialsparender Bauweisen
- Schaffung zusätzlichen Baurechts, wo möglich, durch Aufstockungen statt durch Neuversiegelung von Flächen
- Außenanlagen, Flora und Fauna
Wo möglich, setzen wir unter anderem folgende Maßnahmen um:- Anlage von Wildblumenwiesen, Wildgehölzhecken und Wildstaudenpflanzungen
- Erhalt von Totholzstrukturen, sofern dies aus Gründen der Verkehrssicherheit möglich ist
- Schaffung von Nisthilfen für Gebäudebrüter und Fledermäuse, insbesondere bei Neubauten und Großmodernisierungen
- Errichtung und Erhalt von Dach- und Fassadenbegrünungen in unterschiedlichen Ausprägungen
- Förderung fahrradbasierter Mobilität
- Betrieb zahlreicher Mobilitätsstationen, beispielsweise mit Lastenrad-Sharing
- Ausbau und Bereitstellung von Fahrradinfrastruktur
Freiraum
Bei der Freiraumplanung legen wir Wert darauf, Lebensräume für Flora und Fauna zu sichern und, wo möglich, neu zu schaffen. Gleichzeitig sollen Grünflächen zum Hitzeschutz und zur Staubfilterung beitragen sowie ein attraktives Wohnumfeld und lebendige Nachbarschaften ermöglichen.
Konkrete Maßnahmen:
- Erhalt und Neuschaffung von Grünflächen und Bäumen
- Möglichst vielfältige und klimaangepasste Begrünung mit Bäumen, Sträuchern, Wildstauden und Wiesen sowie Dach- und Fassadenbegrünungen, die zugleich als Lebensraum für die Fauna dienen
- Maßnahmen zur Regenwasserversickerung
- Schaffung von Sitz- und Begegnungsflächen
- Kinderspielplätze
- Bereitstellung der erforderlichen Infrastruktur
Sozialer Wohnraum
Durch die Schaffung von gefördertem Wohnraum und besonderen Wohnformen für unterschiedliche Nutzergruppen geben wir vielen Menschen ein Zuhause. Dabei errichten wir möglichst verbrauchsarme, sparsame, bedarfsgerechte, langlebige und wartungsarme Gebäude, um auch die Nebenkosten möglichst gering zu halten.
Wir leisten einen Beitrag zum sozialen Frieden in unseren Wohnanlagen und setzen uns für stabile und lebendige Nachbarschaften sowie ein gutes soziales Miteinander auf Quartiersebene ein. Dazu tragen beispielsweise die Mischung verschiedener Nutzungsformen sowie sozialer und erwerbswirtschaftlicher Strukturen bei.
Wir unterstützen unsere Mieter*innen in vielen Lebenslagen und bieten dafür unterschiedliche Wohnangebote. Darüber hinaus fördern wir das soziale Miteinander durch zahlreiche soziokulturelle Partnerschaften, beispielsweise im Rahmen unseres Konzepts „Wohnen im Viertel“.
Wohnen und soziale Verantwortung:
- Schaffung von gefördertem Wohnraum und Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen
- Umsetzung des Konzepts „Soziale Mietobergrenzen“ gemäß den Beschlüssen der LHM
- Schaffung besonderer Wohnformen für unterschiedliche Nutzergruppen
- Energieeffiziente Gebäude durch Neubau und Modernisierung
- Möglichst geringe Nebenkosten
- Durchmischung von sozialem und erwerbswirtschaftlichem Wohnraum zur Unterstützung stabiler Nachbarschaften
Auch innerhalb des Unternehmens ist uns ein gutes soziales Miteinander wichtig. Eine verantwortungsbewusste Personalführung bedeutet für uns Chancengleichheit, gute Arbeitsplatzbedingungen und die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Damit schaffen wir gute Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeiter*innen.
Gute Arbeitsplätze für unsere Mitarbeiter*innen:
- Verantwortungsbewusste Personalführung
- Chancengleichheit
- Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Gute Arbeitsplatzbedingungen