Untere Grasstraße 11: Münchner Wohnen plant Neubau in Obergiesing

Die Münchner Wohnen hat bei einer Pressekonferenz über ihre Planungen zur Weiterentwicklung der Liegenschaft Untere Grasstraße 11 in Obergiesing informiert. Vorgesehen ist ein Ersatzneubau, durch den zusätzlicher Wohnraum für das Viertel geschaffen werden soll.

Die Liegenschaft in der Unteren Grasstraße war 2024 in den Bestand der Münchner Wohnen übergegangen. Sie befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand und steht fast komplett leer. Im kleinen Gebäudeensemble mit einem Vorder- und zwei Hintergebäuden ist nur noch eine Wohnung vermietet. Das linke Hintergebäude ist nicht mehr tragfähig und wird deshalb abgestützt. Ein Teil der früher vermieteten Wohnungen verfügt über kein eigenes Bad; Waschbecken und Toiletten befinden sich in den Treppenhäusern.

In den vergangenen Jahren und Monaten hat die Münchner Wohnen intensiv geprüft, wie sie das Anwesen weiterentwickeln und dabei ihrem Auftrag als kommunale Wohnungsbaugesellschaft gerecht werden kann. Untersucht wurden verschiedene Möglichkeiten für den Umgang mit dem kleinräumigen Bestand, insbesondere dessen komplexe bauliche Voraussetzungen sowie die Kosten eines Erhalts im Vergleich zu einem Neubau. Auf Grundlage dieser Prüfung sieht das Planungskonzept vor, die derzeitigen Gebäude durch ein Vorder- und ein Rückgebäude zu ersetzen, in denen neuer, zeitgemäßer Wohnraum entsteht.

Blick in eine sehr alte, unbewohnte Wohnung. Die Küche wurde bereits herausgerissen und auch der Boden ist kaputt und fleckig.
Innenansicht Erdgeschoss © Thilo Härdtlein

Zusätzlicher Wohnraum

„Die Liegenschaft in der Unteren Grasstraße ist zwar klein, aber auch deshalb besonders spannend“, sagt Gabriele Meier, Technische Geschäftsführerin der Münchner Wohnen. „Wir wollen sie so weiterentwickeln, dass ein Mehrwert für die Stadtgesellschaft entsteht: Mit zusätzlichem Wohnraum können wir hier einen konkreten Beitrag leisten. Zugleich ist es unser Ziel, die Neubauten an diesem städtebaulich anspruchsvollen Standort architektonisch behutsam in das bestehende Straßenbild einzubinden. Der besonderen urbanen Situation am Rand der Feldmüllersiedlung sind wir uns dabei bewusst.“ Das Grundstück liegt außerhalb des gleichnamigen Ensembleschutzgebiets, die Bestandsgebäude sind kein eingetragenes Denkmal.

Neben den baulichen Voraussetzungen wurden auch die Kosten eines Erhalts im Vergleich zu einem Neubau untersucht. „Der Erhalt des desolaten Bestands wäre nicht nur räumlich, sondern auch wirtschaftlich nicht sinnvoll“, sagt Gabriele Meier. „Darüber hinaus ist ein Neubau durch den zusätzlichen Wohnraum, der hier nun geschaffen werden kann, weitaus günstiger als eine Sanierung, die den Status Quo an Flächen erhalten würde.“  

Ihre Überlegungen hat die Münchner Wohnen bereits dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Lokalbaukommission und dem Bezirksausschuss Obergiesing-Fasangarten sowie angrenzenden Eigentümer*innen und den Nachbar*innen vorgestellt und mit ihnen diskutiert. Aus diesen Gremien gibt es ein grundsätzliches Einverständnis mit der Projektplanung. Dieser Planung hat auch der Aufsichtsrat der Münchner Wohnen zugestimmt.

Blick auf eine Gebäudezeile. Die Häuser sind eher niedrig und schon veraltet. Davor stehen Autos.
© Thilo Härdtlein

Planung wird konkretisiert

Die derzeitigen Überlegungen wurden im Rahmen einer Machbarkeitsstudie entwickelt, es handelt sich noch nicht um konkrete Planungen. Die konkrete Ausgestaltung der Gebäude ist daher noch nicht festgelegt: Beispielsweise sind die Zahl der Wohnungen sowie die vorgesehenen Mietmodelle noch offen. Im nächsten Schritt werden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie planerisch vertieft und mit den zuständigen Fachstellen abgestimmt. Weitere fachliche und genehmigungsrechtliche Detaillierungen werden folgen.

Nach aktuellem Planungsstand kommt eine Einreichung des Bauantrags im Jahr 2028 in Betracht.

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Pressekontakt

Mathias Weber
Pressesprecher
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