Quartiersentwicklung Angler-/ Heimeranstraße

Der alte Gebäudebestand an der Angler-/Heimeranstraße soll im Zuge der Quartiersentwicklung behutsam weiterentwickelt werden, um ein innovatives Gesamtkonzept für das Quartier zu konzipieren. Im Mittelpunkt stehen die gemeinschaftliche Entwicklung und die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum. Durch die Integration innovativer, sozialer und nachhaltiger Aspekte entsteht ein Quartier, das langfristig den nachbarschaftlichen Gemeinschaftssinn stärkt und die Lebensqualität fördert. Der neu entstehende urbane, gemischt genutzte Stadtbaustein an der Angler-/Heimeranstraße soll zudem eine positive Strahlkraft auf die umliegende Nachbarschaft und den Stadtteil ausüben. 

Aufgabenstellung

Das Quartier umfasst die Liegenschaften der Heimeranstraße 68 und 70 sowie der Anglerstraße 4 und 6 und befindet sich in innenstädtischer Lage im Erhaltungssatzungsgebiet Schwanthalerhöhe. Die Bestandsgebäude stammen aus verschiedenen Epochen, Baustilen und Bauweisen und wurden historisch zu größtenteils als Nähmaschinenfabrik genutzt. Das Rückgebäude der Heimeranstraße 68 wurde im Jahr 2024 unter Denkmalschutz gestellt.

Zu den Planungsaufgaben gehören die Revitalisierung der Innenhöfe, die Verknüpfung des Quartiers über neue Durchwegungen und die Stärkung der Gemeinschaft durch räumliche Beziehungen zwischen Gebäuden und Innenhöfen. Es soll möglichst barrierefrei umgestaltet werden, insbesondere die Zugänge, Erschließungen und öffentlichen Bereiche. Dabei ist zu prüfen, wie bestehende Strukturen barrierefrei nachgerüstet werden können.

Die Erschließung der Bestandsgebäude soll gemeinschaftlich über den Innenhof der Anglerstraße erfolgen; hierfür kann das Treppenhaus des Vordergebäudes der Anglerstraße 4–6 verlegt werden. Geprüft werden soll die Verlegung der Tiefgarageneinfahrt, um den Innenhof als autofreien, attraktiven Freiraum zu gestalten und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Zudem ist eine verbesserte Zugänglichkeit der Erdgeschosszone durch teilweise Öffnung der Fassaden vorgesehen, um die Verbindung zwischen Innen- und Außenbereichen zu stärken und Nutzungen zu integrieren, die den Gemeinschaftssinn fördern und Einblicke ins Quartier ermöglichen. Eine Mobilitätsstation im Erdgeschoss bietet der Bewohnerschaft alternative Mobilitätsangebote.

Die Quartiersentwicklung Angler-/ Heimeranstraße ist ein Pilotprojekt aus dem Programm „Wohnlabore“ der Landeshauptstadt München. Um den geförderten Wohnungsbau weiterzuentwickeln, wird mit den Wohnlaboren ein Innovationsraum geschaffen, der die Entstehung von Wohnraum ermöglichen soll, welcher den Anforderungen unterschiedlichster Lebenskonzepte über einen möglichst langen Zeitraum gerecht werden kann. Dabei sollen die traditionellen Wohnformen aufgelöst werden, um den Gemeinschaftssinn zu stärken. Hierfür sind drei unterschiedliche Wohnkonzepte zu planen: „Wohnen und Arbeiten“, „Starterwohnen“ und „Atelierwohnungen“. Durch diese Maßnahmen soll das Quartier langfristig gestärkt und ein hoher gemeinschaftlicher sowie sozialer Mehrwert erreicht werden.

Ebenso gehört das Projekt den Pilotprojekten des „Gebäudetyp-e“ der Bayerischen Staatsregierung an. Insgesamt soll hier geprüft werden, wie das Bauen im Bestand erleichtert werden kann, um Kosten zu sparen und effizienter zu planen. Ziel ist es, nachhaltige und praktikable Lösungen zu entwickeln.

Lageplan des Gebiets der Aufgabenstellung. Das Grundstück liegt über Eck und die einzelnen Gebäude darauf haben unterschiedliche Nutzungsarten.
© Münchner Wohnen

VgV-Verfahren mit Mehrfachbeauftragung

Für die Quartiersentwicklung der Angler-/ Heimeranstraße wurde ein VgV-Verfahren mit Mehrfachbeauftragung durchgeführt. Es kombiniert die Anforderungen der Vergabeverordnung (VgV) mit den Prinzipien eines konkurrierenden Planungswettbewerbs, um nicht nur den geeignetsten Bieter, sondern den besten inhaltlichen Entwurf zu finden. Es haben insgesamt fünf Bieter*innen einen Lösungsvorschlag erarbeitet.

Ergebnisse

1. Platz

ZRS Architekten GvA mbH (Berlin), dRMM Studio (Berlin), IFUB* GmbH (München) und STADT RAUM PLANUNG (München).  

Blick auf einen verwinkelten Innenhof. Im Erdgeschoss eines Gebäudes ist ein Atelier angedacht, daneben ein Wohngebäude.
© ZRS Architekten GvA mbH (Berlin), dRMM Studio (Berlin), IFUB* GmbH (München) und STADT RAUM PLANUNG (München).
Visualisierung für die Quartiersentwicklung Angler-/Heimeranstraße. Man erkennt eine enge innerstädtische Bebauung, die einzelnen Gebäudeteile sind farblich voneinander abgegrenzt und durch einen begehbaren Innenhof miteinander verbunden.
© ZRS Architekten GvA mbH (Berlin), dRMM Studio (Berlin), IFUB* GmbH (München) und STADT RAUM PLANUNG (München).

Weitere Teilnehmende (ohne Platzierung)

  • Architekten Venus GmbH (Hamburg),:mlzd Berlin GmbH (Berlin), Hunck + Lorenz Freiraumplanung (Hamburg)
  • bogevischs buero architektur & stadtplanung gmbh (München), Hannes Rössler Architekturbüro (München), Studio Vulkan Landschaftsarchitektur (München)
  • AllesWirdgut Architektur ZT GmbH (Wien und München), VOLL IM PLAN GmbH (Rosenheim), Uniola GmbH Landschaftsarchitektur Stadtplanung (München)
  • SCHANKULA Architekten Partnerschaftsgesellschaft mbB (München), Boltshauser Architektur GmbH (München, Landschaftsarchitekturbüro LOHDE (Fürstenfeldbruck)

Förderung

Diese Investition der Landeshauptstadt München wurde vom Freistaat Bayern mit Mitteln des Bayerischen Städtebauförderungsprogramms kofinanziert.

Logo Freistaat Bayern mit dem Zusatz "Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
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